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Freitag, November 30, 2007

 

bricks, bricks, bricks...

Heute vor 28 Jahren, am 30.November 1979 also,
wurde das bis Dato meistverkaufte Doppelalbum der Welt,
damals noch auf Vinyl, veröffentlicht.
Es handelt sich dabei um Pink Floyds "The Wall".

Wer kennt nicht das von Roger Waters komponierte und von
David Gilmour und Schülern der Islington Green School
intonierte "Another Brick In The Wall(part 2)"?

Das ganze Album erzählt die Geschichte des Antihelden
Pink Floyd, der von klein auf an der Welt, in der er lebt
zu leiden hat.
Der Vater, der im zweiten Weltkrieg fiel, die Mutter,
die ihn in einer Art Wahn viel zu intensiv beschützt,
grausame Lehrer, die ihn in eine der Gesellschaft
angepasste Form bringen wollen, seine gescheiterte Ehe:
all das sind Steine für die große mentale Mauer, die der
junge Pink um sich herum errichtet, um sich vom Rest der
grausamen Welt abzuschotten.

"Goodbye cruel world" singend schiebt er schließlich
den letzten Stein in die Mauer und vollendet so sein Werk.
Von diesem Augenblick an, als er sich vom Rest der
Gesellschaft getrennt sieht, bemächtigt sich aber
überfallartig eine große Einsamkeit seiner, die er mit
verschiedenen Mitteln zu bekämpfen sucht.
Dazu zählen eine Prostituierte, und Drogen, die er nimmt,
um diese elenden Gefühle zu betäuben, die ihn in den
Zustand bequemen Taubheitsgefühls bringen sollen -
"Comfortably Numb".
Gleichzeitig ist er aber gezwungen, sein Leben fortzusetzen,
seinen Beruf als Rockstar nachzugehen, sich also weiter
mit sich selbst und seiner Umwelt auseinander zu setzen.
The show must go on.

Daraufhin sieht sich der halluzinierende Pink in seinen
Konzerten als Nazi und will alle Schwule, Juden, Neger
und was sonst noch an Minderheitsangehörigen da ist
an die Wand stellen.


Als er aber mitbekommt, daß er die ganze Zeit über Gefühle
hatte, klagt er sich selbst vor einem imaginären Gericht an,
der Richter vernimmt die Zeugen, seine Mutter und den
Schuldirektor, der ja schon immer geahnt hat, daß es mit
dem Jungen mal kein gutes Ende nimmt.
Das hohe Gericht verurteilt ihn schließlich dazu, die Mauer
einzureißen, hinter der sich Pink dann wiederfindet.


Wie es weitergeht wird offen gelassen.
Hört man sich die Platte allerdings genau an, kann man
ganz leise die Ersten Worte "we came in" vernehmen, am Ende
des Albums dann "Isn't this where".
Vertauscht man die beiden Satzteile, erhält man "Isn't this
where we came in?", zu deutsch etwa "Ist das nicht da, wo wir
begonnen haben?"
Das lässt Interpretationsspielraum zu.
Fängt nun für Pink in einer Art Endlosschleife alles von vorne
an? Oder sagt das "we", daß wir alle ein bisschen Pink Floyd
sind und dessen Schicksal teilen?
Führt dieser Satz die Annahme vieler Pink Floyd - Fans,
"The Final Cut" sei eine Art Fortsetzung von "The Wall"
ad absurdum?

Die Band regt wie immer zum Nachdenken an.

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