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Samstag, März 17, 2007Juggernaut goes Secondlife (III)
Jetzt seit einer Woche Bewohner von Second Life.
Schwer, in wenigen Worten zu schildern, was sich die letzten Tage ereignet hat, daher hier ein Zusammenriss: 1. Festgestellt, Second Life ist kein Spiel, auch wenn man es dazu benutzen kann. Aber das ist, wie ein Schachbrett als Tischtennisschläger zu benutzen. 2. Man bekommt nach ein paar Tagen ganz seltsame Ideen und versteht, warum grosse Firmen wie IBM da soviel Kohle reinbuttern 3. Man bekommt immer seltsamere Ideen und trifft Leute, die auch seltsame Ideen haben und bereits Land organisiert haben, um diese umzusetzen 4. Der unmittelbare Freundeskreis, der seit einer Woche mein Experiment beobachtet, findet sich auf SL ein 5. Es finden sich in Stunden Mittel und Wege auf SL um die Funktionen und Inhalte des kompletten Künstlernetzwerks "Juggernaut Invasion Systems" innerhalb einer SL- Kommune zu realisieren 6. Hosting- Leistungen, die in Reallife viel Geld Kosten (Shoutcast Server, Verlinkungen auf zentralen Portalen) lassen sich auf SL ohne Aufwand beschaffen und innerhalb von Stunden läßt sich die Besucher- und Downloadzahl der hier vorliegenden Webseite durch ein wenig Mundpropaganda drastisch steigern 7. Ohne Kostenaufwand läuft unsere Musik an gut besuchten Stellen in SL 8. SL Mitglieder beginnen, nach Schulungen und gemafreier Musik anzufragen. Als Zahlungsmittel werden Linden- Dollar vereinbart, die sich demnächst problemlos über Paypal in echte Brötchen umwandeln lassen werden. Indirekt geht das heute schon, wenn man seine Lindens auf Ebay verkauft. 9. Keiner der Menschen, die ich in den letzten 48h Reallife und Ingame getroffen habe, versteht, warum sich Herr Scholz gelangweilt hat. Der Spaß ist riesig, und hier findet man die ganzen interessanten Mitstreiter im Medienbereich, ohne daß der Blick auf sie durch Spam verdeckt ist, oder man sich Sorgen machen müßte, andere Kreative als Konkurrenz betrachten zu müssen. Diejenigen, die hier sind um sich zu unterhalten, oder um zu spielen finden ebenfalls ausgedehnte Ressorts oder haben alle Freiheiten, diese zu gestalten oder mitzugestalten. Es ist auch möglich, SL einfach als Chat Engine zu benutzen, das wäre wiederum vergleichbar damit, mit einem Apple Powerbook Nachrichten zu übermitteln, indem man sie damit in den Sand schabt. Oder wie Internet nur zum shoppen zu benutzen. 10. Ich stelle keinen Wookie dar, der, nach Hund riechend, irgendwelchen NPCs hinterherhetzt um einen Punktezähler hochzuklicken, sondern ganz einfach mich selber mit all meinen Interessen und Kenntnissen 11. Mathias hat sofort Kontakt mit anderen Djs aufgenommen, Nono verfolgt mit einem weiteren Mitglied der SWISS Community, in der wir gelandet sind, einen ausgesprochen interessanten kommerziellen Plan, Daniel hat sich erstmal ein neues Notebook besorgt, Stefan sucht in SL nach einem Klo und braucht Einweisung, diese Schlagzeuger, und ich male Werbeschilder für das kleine virtuelle Studio, das ich in den Pudding Hills gebaut habe um einen Anlaufpunkt zu haben. Das Gebäude mit Michas ständiger Vernissage seiner berüchtigten Bilder wird übrigens genau gegenüber liegen. SL is nix weiter als Internet, wie wir´s immer haben wollten. Es wächst und gedeiht und ist doch neu genug, um Pioniersland zu sein. Ich kann unsere Musik einem wesentlich breiteren Publikum präsentieren, habe in der Hand, wer wohin Kopien macht und kann an Leute, die an massgeschneiderter Musik interessiert sind ohne lästige Zahlungssysteme und ohne Zeitverzögerung ortsunabhängig verkaufen, hat das das Internet je hinbekommen? Ich bin fasziniert Bald mehr Labels: (Sub?)Kultur, Echt krass, Freunde, Secondlife, virtuell |