HMleiste10202

Dienstag, August 22, 2006

 

Krass

Diese fortlaufende Grass - Diskussion geht mir langsam auf den Sender.
Der junge Graß, wie er damals noch hieß, meldete sich mit 15 Jahren zur
Wehrmacht, in einem Alter, in dem dieser Verein für einen heißpropagandierten
Jüngling ein knorke Pfadfinderclub mit richtigem Zusammenhalt und echten Waffen ist.
Mit siebzehn, Ende '44, also praktisch in den letzten Kriegswirren, wird er zur
Waffen - SS einberufen, in die 10. SS-Panzer-Division "Frundsberg", die die
Aktion in Arnheim schon hinter sich hat und im Februar des darauffolgenden
Jahres an die Ostfront verlegt wird - personell bereits völlig unterbesetzt.
Am 8. Mai '45 wird er schließlich von amerikanischen Truppen gefangen
genommen, und gibt sich hier auch als Mitglied der Waffen - SS zu erkennen.

Hätte dieser Mann schreiben können, was er schrieb oder erreichen können,
was er erreichte, wenn er diese Geschichte nicht mitgemacht hätte?
Oder wenn sie der Öffentlichkeit bekannt gewesen wäre?

Stört denn jemanden die bekannte Tatsache, daß hochrangige Mitarbeiter der
NSDAP nach Kriegsende wieder auf genau denselben Posten gesetzt wurden?

Comments:
Hauptsache, ´se ham mal wieder was zum geifern, so ein Sommerloch kann tief und schlammig sein.
Würde mich wundern, wenn wir nicht etliche Ex- Nazi- Funktionäre in wichtigen politischen und wirtschaftlichen Führungspositionen sitzen haben, Leute die einmal machtgeil waren, werden das auch bleiben und sich aus jedem Loch wieder hochschaffen, daraus besteht doch ihr kärgliches Dasein.
 
Oh, ich könnte sogar Namen nennen.
Eines der Nachkriegsprobleme war natürlich ein wahnsinniges Chaos, ein anderes, daß fähige Leute gefallen oder vermisst waren.
Die "hohen Tiere" waren im Krieg entweder unabkömmlich oder mauschelten sich so daran vorbei; Beziehungen hatten sie ja genug.
Insofern waren sie nach Kriegsende die einzigen, die Erfahrung in Organisation und Menschenführung aufweisen konnten.
So wurden sie erst als Lagerleiter, dann als Bürgermeister oder so weiter von den Besatzern wieder eingesetzt. Entnazifizierung hin oder her.
 
Außerdem schwimmt Fett nunmal immer oben, wie mein alter Prof gern (gern z.B. in Zusammenhang mit einem gewissen "von Weizsäcker") dunnemals in seinen Vorlesungen zu dozieren pflegte...
 
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