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Mittwoch, Juni 14, 2006

 

Da rollt was...

...auf uns zu
Die momentan am schnellsten wachsende Bevölkerungsgruppe ist die der über 80- jährigen. Absehbar wird es in wenigen Jahren zuwenig Personal geben, um alle Pflegebedürftigen auf menschenwürdige Weise zu versorgen. Die meisten Betreiber von Pflegeheimen arbeiten schon heute nicht weniger profitorientiert als viele Großkonzerne.
Viele der Alten fallen zudem dem System zur Last, erwirtschaften keine Umsätze mehr und halten den Verkehr auf. Unsere Kultur ist derartig damit beschäftigt, sich shiny, tolerant,profitabel und modern zu geben, daß sie ignoriert, für wieviele Menschen bei uns das Altern einfach nur die Hölle bedeutet.

Comments:
wie sagte einer (Münte?): "Wer nicht arbeitet soll auch nicht essen"...

...bald sind wir wieder da wo wir schonmal waren....
 
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Spätestens seit Nobby in den 80ern behauptete "Die Renten sind sicher" weiß ich, daß das genaue Gegenteil der Fall ist.
Zunächst rechne ich mal damit, bis zu meinem Siebzigsten arbeiten zu müssen, um überhaupt einen Anspruch zu haben; der wird sich dann um vier bis fünfhundert Euren
einpendeln, die bis dahin maximal noch zwei Drittel der heutigen Kaufkraft haben werden und die dann noch steuerpflichtig sind. Weil ich das sauer Verdiente schließlich auch noch nicht versteuert habe.
Wenn dann noch irgend etwas Dummes passiert und ich mich als pflegebedürftig wiederfinde wird's ganz eng: dann werde ich möglicherweise weder zu meinem eigenen Unterhalt durch Nebenverdienst beitragen, noch die eigene Unterbringung, geschweige Pflege finanzieren können.
Bei ganz großem Pech reicht es dann nicht einmal mehr zur Finanzierung eines Strickes, da die Kaufhäuser nur sehr ungern einem Ratenvertrag bei Leuten über sechzig zustimmen. Aber es widerspräche sowieso meiner Ehre, diesen zu benutzen, ohne daß er abbezahlt wäre.
Hmm, der Aspekt der Vorsorge nimmt hier ganz andere Dimensionen an...

Das Dumme an der heutigen Gesellschaft ist, daß sich die maßgeblichen Leute, seien es nun die, die undurchsichtige Fahrkartenautomaten aufstellen oder Werbesprüche auf englisch kreieren, oder jene, deren Alten- und/oder Pflegeheim rentabel laufen muß, sich weder in Mitglieder dieser Generation hineinversetzen wollen noch können (Ausnahmen bestätigen auch hier die Regel).
Das wird auch künftig so sein; ich erinere mich beispielsweise meinen Eltern genau die Sachverhalte nicht geglaubt zu haben, die mir die junge Generation jetzt wieder nicht abnehmen will.
Das muß wohl so sein und ist von der Natur wohl absichtlich so angelegt. Nur hat sich die humanoide Spezies doch mittlerweile ein schönes Stück von der natürlichen Lebensweise wegbewegt; die Großfamilie, die sich selbst stützte ist passee, medizinischer Fortschritt und bessere Ernährung lässt die Leute richtig alt werden.

Eine Lösung des Problems ist also nicht einfach. Aber anzustreben.
 
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