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Freitag, April 21, 2006Film geguckt
Gestern saßen wir so in lockerer Runde bei Mario und sahen uns, wie so oft während des Essens, einen Film an.
Diesmal handelte es sich um "Elephant", einen Film des amerikanischen Regisseurs Gus Van Sant, der, nicht ganz eng, das als "Massaker von Columbine" bekannte Geschehen an der gleichnamigen High School von Littleton beschreibt. Insgesamt halte ich diesen Film für eine gute Arbeit. Es werden zunächst einige Charaktere vorgestellt, recht typisch amerikanische aus meiner Sicht, wobei sich auch ein paar davon getrost hierher transportieren ließen, ohne das jemand ernsthaft Notiz davon nähme, solange man die synchronisierte Fassung vor sich hat. Die Kamera verfolgt einige der Vorgestellten, aus deren Sicht der momentane Handlungsstrang sich abspielt, durch schier endlos erscheinende Gänge, so dass man schon anfängt zu witzeln, "das hätte man doch jetzt auch in Zeitlupe drehen können" oder "sehr freundlich eingerichtet, diese Schule". Natürlich dient dieser Verlauf der Handlung dem Kontrast, um den Wahnsinn des Kommenden klarer herauszustreichen. Und wahnsinnig wird es werden. Aber ich denke, daß jeder um die Geschehnisse damals orientiert ist, zumindest im Groben. Ein persönliches Kontrastprogramm hatte ich allerdings bei der Szene in der die Post kommt, und einer der Schüler anhebt die Sendung auszupacken. Aufgrund der Größe und Form des Paketes ereilte mich an dieser Stelle der Gedanke "huch, da hat sich einer einen Nuri bestellt", da mein Modellflugzeug in sehr ähnlicher Verpackung geliefert wurde. Dann der Schock, als man des Inhalts der Schachtel ansichtig wird: es handelt sich um ein M16 Sturmgewehr, ready to shoot, nur das Magazin muss noch aufmunitioniert werden. Offenbar findet auch niemand etwas dabei, eine Schusswaffe mit einer Kadenz von 600 Schuss / Minute, die auf fast einen halben Kilometer Entfernung noch tödlich wirkt, in einem geschlossenen Raum abzufeuern. Ist es nicht paradox, daß eine Waffe, die hierzulande nicht zu unrecht unter das Kriegswaffengesetz fällt, in den USA offenbar von ein paar Halbwüchsigen völlig problemlos per Post bestellt werden kann? Und solch eine Nation hat im Ernst Angst vor ein paar Iraquis? Und zwar ist diese Angst offenbar so groß, dass dort, während des Golfkrieges 2003, ein Waffensystem namens MK77 zum Einsatz kommt, das bemerkenswerte Ähnlichkeit mit dem von der UN geächteten Napalm aufweist, nur daß das darin enthaltene Benzin durch Kerosin ersetzt wurde, damit nicht als Napalm zu klassifizieren ist und beruhigten Gewissens eingesetzt werden kann, schließlich sind die Umweltschäden ja geringer. Ich meinerseits kann da nur den Kopf schütteln.
Comments:
Zu meiner Zeit musste man sich die Waffen noch aufwendig auf dem Schwarzmarkt besorgen und für Amoklaufen gab´s noch ordentlich nachsitzen.
Faszinierend hirnrissig finde ich das vor kurzem in Kraft getretene neue Waffengesetz von Florida, das es einem Amerikaner erlaubt, jegliche Art von empfundener Drohung mit der Waffe zu beantworten. So wird Touristen, die in Florida Urlaub machen, empfohlen, nach einem Verkehrsunfall vorsichtig aus dem Wagen zu steigen und die Hände dabei sichtbar zu lassen, ihr Unfallgegner könnte sie erschiessen (und würde wahrscheinlich nicht mal dafür verurteilt werden)
Man sollte all den Amis mal ne Waffenruhe(-Kur) in Büchenbronn verschreiben...?
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vielleicht könnte das helfen..., einerseits die Infrastruktur im Ländle überzubeanspruchen... und mal ganz abgesehen davon würde es eindeutig demonstrieren, wie unnötig doch diese Ballermänner in diversester Aufmachung sein können... schöner Schuß (meinte latürnich guter Schuß - ...Wolfgang... denn es gibt ja bekanntlich keinen schönen......) Links to this post: << Home |