Diejenigen, die hier einigermaßen regelmäßig vorbeisurfen, haben
womöglich bereits von der bei den Juggernauten gewachsenen Tradition
des gemeinsamen donnerstäglichen Nachtmahles mitbekommen.
Dabei obliegt es gemäß den ungeschriebenen Statuten dem jeweilig
wechselnden Koch, dieses für alle Anwesenden zu einem genußvollen
Erlebnis zu machen.
Das ist aus mehreren Gründen eine nicht unbedingt einfache Aufgabe:
- Zum einen soll das dargebotene Mahl einem jeden munden, dabei kann man schon aus bloßer Unkenntnis nicht unbedingt immer auf persönliche Präferenzen oder Abneigungen achten.
- Man weiß im Voraus nicht immer wieviele Leute da sind, welche Mengen an Ingredienzen also beschafft werden müssen.
Diesen Punkt kann man durchaus mithilfe von Wahrscheinlichkeitsberechnungen oder gar der Chaostheorie betrachten. So ist die Zahl der Tatsächlich Anwesenden nicht unbedingt gleich der der mitessenden Personen, die Anzahl der nur mal Probierenden differiert von der, die dann doch richtig reinhauen, der oder die Überraschungsgäste bringen nicht immer Kuchen mit, aber mitunter dann doch, Mario behauptet großen Hunger zu haben, isst dann aber doch wieder wie ein Spatz - oder umgekehrt, Punkt eins wurde, aus welchen Gründen auch immer, verletzt und was der Unwägbarkeiten mehr sind.
- Da der nächste Tag wieder auf einen Arbeitstag fällt und die Nahrungsaufnahme nicht das einzige Vorhaben des Abends ist - Schwede beispielsweise ist regelmäßig derart Spitz auf gepflegtes Töten im Netzwerk, dass er fast jedes Mal seinen Rechner samt einem Kubikmeter Peripherie mitbringt - sollte das Essen nicht zu spät serviert werden.
Vorgestern nun war Schwede mit der Bereitung des Mahles betraut, und
ich muss sagen, er hat diese Aufgabe sehr geschickt gelöst.
Davon, dass ich Wurstsalat eigentlich gar nicht mag, konnte er keine
Ahnung haben. Diese Untiefe wurde aber durch äußerst Leckere
Zubereitung umschifft, was mich einmal mehr lehrt, nicht durch bloße
Erwähnung bestimmter Substantive das Gesicht zu verziehen. Die
Gürkchenscheiben, meiner subjektiven Meinung nach ein wenig zu
Zahlreich, konnte man unproblematisch umessen.
Daher mein Resumee: Lecker. Äußerst.
Nicht nur wegen der Tomaten im Salat, auch wenn diese der Höhepunkt da drin waren.
Die erforderliche Menge hielt Schwede durch Beschaffung von genügend
Baguettebrot variabel, mindestens zwei Überraschungsgäste wären auf
diese Weise noch satt geworden.
Durch die Zubereitung vorab wurde die erforderliche Zeit hierfür am Abend selbst auf Null reduziert.
Somit hat Schwede die erforderlichen Punkte für einen gelungenen
Donnerstagabend auf das Geschickteste erfüllt und darf weitermachen.
Danke.