HMleiste10202

Montag, März 20, 2006

 

Meinungsfreiheit

Jezz hatts also auch den Herrn Scholz erwischt mit einer Abmahnung. Da schreibt man ein paar naheliegende Kritiken über eine dubiose Webseitenschmiede, deren inhaltliche Richtigkeit sich ohne weiteres im Netz überprüfen läßt. Und schon wird man angeknatscht.
Abmahnen gegen Foren ist eine Sache, Abmahnen gegen Blogs sprechen sich, glaube ich, zu schnell rum, als daß die abmahnende Firma daraus irgendwelche Gewinne ziehen könnte. An solchen Fällen wird man feststellen können, inwieweit die Blogsphäre tatsächlich journalistische Macht besitzt, sich aus den Fesseln der Zensur der "freien Wirtschaft" zu befreien.
Ansonsten gibt´s ja noch die Spammer- Kumpels in der Ukraine, die Methoden der Strasse waren schon immer die effektivsten.

You have the right to remain in silence.
Fuck that right.

Comments:
...und ich möchte alle mitlesenden Abmahnanwälte darauf aufmerksam machen, dass es alleine und ausschliesslich meine persönliche Meinung ist, dass Euroweb stinkt......
 
Tach auch.

Zunächst einmal hat mir persönlich die Firma Euroweb (noch?) nichts
getan. Was daran liegen mag, dass ich noch nicht das Vergnügen hatte, mit ihr in Geschäftsbeziehungen zu treten.
Meinen Recherchen zufolge soll es da anderen Leuten ganz anders
ergangen sein.
Seltsam finde ich den Versuch allerdings, mit der Jurisdiktion gegen Foren (und jetzt auch gegen Blogs) vorzugehen, wenn man doch eigentlich gar nichts zu verbergen hat. Solcherlei bleifreie Vorwärtsverteidigung sieht mir eigentlich nach dem Gegenteil aus; wenn man nämlich ordentlich arbeitet, sprich die Qualität stimmt und man die Kundschaft nicht über's Ohr haut, sollten derlei Kommentare, wie sie offenbar in verschiedenen Foren aufzufinden waren, höchstens vereinzelt auftreten und auch ziemlich sofort von zufriedenen Kunden im Keim erstickt werden. Kein Grund also, derart rigide vorzugehen.

Seltsam auch, dass sobald Karikaturen veröffentlicht werden, die eine andere Religionsgemeinschaft beleidigen, sofort ein Aufschrei der Entrüstung durch das Volk geht, wenn diese Gemeinschaft unmutig
reagiert - mit dem Hinweis auf die Meinungsfreiheit (wobei sich mir entzieht, was ein "wer traut sich" - Wettbewerb mit Meinungsfreiheit zu tun hat); wenn allerdings ein Unternehmen mit anscheinend zumindest zweifelhaften Geschäftspraktiken kritisiert wird (was meines Erachtens eher zu diesem
Begriff zählt), darf dieses Abmahnen und mit hohen Strafen drohen und man liest oder hört außerhalb der Blogo - oder "Forosphäre" nichts davon.

Wenn das durch geht, kann man mit Fug und Recht nach dem Verbleib
des Art. 5 GG fragen und sich um die Zukunft der 'Stiftung Warentest' Gedanken machen.

Mein Vorschlag also: lest Euch das:

http://www.jensscholz.com/2006_03_01_archive.htm#114243086496732794

in Ruhe durch, betreibt, so Ihr denn noch zweifelt, Eure eigenen
Recherchen, kommt dem Aufruf zur Spende nach und publiziert in Wort, Schrift oder Bild was das Zeug hält.
Die Chancen auf einen glücklichen Ausgang der Geschichte steigen
beträchtlich, wenn sie ihr stilles Kämmerchen verlässt.

Haut rein!
 
Naja, Jens hat ja garkeine Abmahnung bekommen, dafür hats Euroweb offensichtlich nicht gereicht, so musste es wohl ein anwaltlicher Drohbrief tun. Euroweb hingegen bekam eine Abmahnung. Eine richtige. Mit Geld und so.

:-)
 
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