HMleiste10202

Mittwoch, März 08, 2006

 

Meidet den Angus

Vorhin mit Daniel auf einen späten Burger bei Burger King aufgeschlagen. Ein Nachteil am selten fernsehen ist, daß das Bild eines korrekt belegten Burgers durchaus Kurzschlussreaktionen auslösen kann, die einen dazu bringen, wie die Motte zum nächsten neonbeleuchteten Schnellimbiss zu streben, eine Reise, die jedem bekannt ist, und die schon Frank Zappa in den 60ern in "Cruising for burgers" beschrieb.
So standen wir im Neon der gerade eben eröffneten BK- Filiale nahe des Pforzheimer Bahnhofs, (daß diese gerade eben erst geöffnet hat bemerkt man vor allen Dingen daran, daß die Bedienung noch freundlich ist) und liessen uns von der gewaltigen vor uns aufragenden Werbung für den Angus- Burger blenden (Ich glaube, in Wirklichkeit stand auf dem Schild was von "Consume" und "Obey", aber ich bin mir nicht sicher), dessen Slogan lautete sowas wie "für alle die viel Fleisch wollen". Da ich bekennender Antiveganer bin,und die Chance nutzen wollte diesem Bekenntnis Ausdruck zu verleihen, entschied ich mich für diesen Moloch der Sättigung. Ich handelte mit der Dame, die im seltsamen Dress hinter der Theke unentwegt lächelte, einen fairen Preis für den Rindskloß in Fluffstulle aus und schleppte meine Beute an einen Tisch, von dem aus man mit etwas Glück den Nazis beim Rumhängen in der Unterführung zusehen kann.
Meine Enttäuschung beim Auswickeln des Burgeroiden war beispiellos, das Schnellgericht kam mit eher mit der Konsistenz von Haifischflossensuppe als mit der im Allgemeinen bei American Fastfood erwarteten Griffigkeit entgegen. Ich verbrachte die ersten Minuten damit, zwischen dem Serviettenspender und meinem Platz hin- und herzulaufen um den Massen schleimiger Sosse entgegenzuwirken, die der Angus- Burger absonderte. Einer Sosse, die ein wenig an eine Mischung aus Biberlymphe mit Pfirsichmarmelade und einem Schuss Kaffee erinnerte.
Die in diesem Sekret eingeschrumpfte Fleischscheibe ging nur auf dem ersten Blick als Hackfleisch durch, das leberkäseartige Nachsacken meines Unterkiefers verriet mir beim ersten Bissen, das das Kochen mit Rinderzahnfleisch keine Zukunft hat, selbst als mir vor lauter Konzentration schon ein dünner Blutfaden aus der Nase lief, konnte ich immer noch keinen anderen Geschmack wahrnehmen, als den der grausigen Sosse. Über das Brötchen kann ich nichts schreiben, jedesmal, wenn ich nur versuche, mich an das Brötchen zu erinnern, breche ich in Tränen aus und verfalle in Embryonalhaltung.
Im Ganzen schmeckte der Angus Burger ziemlich genau wie die altbekannte und berüchtigte Geissel der Überlandtankstelle, die "Heisse Hexe". Worgs.

Ich glaube, Daniel mochte seinen Burger auch nicht.
Also höret und meidet den Angus.

Comments:
...jaaa, dieser Angus-Weck war echt fürn Müll. Ich hab mich echt von dieser dussligen TV-Werbung übertölpeln lassn. Das schlimmste an diesem Burger sind die süsslich ausgebratenen Zwiebeln in ihrem Geschmack und in ihrer Konsestenz. Wiederlich!!! Ja fast eiterartig.
Nie mehr lass ich mich auf Burger ein, welche mir die Werbung ins Gehirn geträufelt hat.....

Spei!!!


be nice!

NetDan
 
FSM sei Lob, Preis und Dank, daß mir dies erspart blieb!
Daß Tanja gestern absagte, somit die Probe ausfiel und ich infolge dessen auch daheim blieb.

Ich denke mal, das bei dieser TV-Werbung ziemlich Haarspray und so Zeug im Spiel ist.
Consume und Obey. Das kann man nur aus den Augenwinkeln erkennen, wenn man sich nicht konzentriert - es ist als PAL ausgeführt, als Problem Anderer Leute. Besonders gemein.

Aber ich hatte schon bei meinem letzten Burger den Verdacht, daß das früher oder später so enden muß.
 
Traumtext. Mir wurde beim Lesen schlecht.
 
jepp. Fast auf die Tastatur gekotzt beim Lesen. So musses sein. Sehr gastriles Entertainment.
 
Wie inspirierend. Hab mir gleich mal ein Bildchens des Bratlings angeschaut. Äh, yummy! °hüstel°

http://www.burgerfinder.com/userphotos/51AP74WUH2.jpg
 
buargel, das ist fast noch schlimmer als in natura. dieser burger sieht so aus, als wäre er auf einem güterzug durch die usa getrampt.
 
Kommentar veröffentlichen

Links to this post:

Link erstellen



<< Home

This page is powered by Blogger. Isn't yours?