![]() |
Montag, März 27, 2006Heute Morgen...
...hatte ich Kundschaft aus Amerika. Also so richtig aus den Vereinigten
Staaten. Seit 40 Jahren dort ansässig, im Moment wohnhaft in der Gegend von Washington D.C. . Er käme, so sagte er, so alle zwei Jahre mal wieder in die alte Heimat, besuche dann hier seine alten Bekannten und Verwandten und brächte bei der Gelegenheit auch seine alten Uhren zum Warten und Reparieren mit, da sich in den Staaten offenbar kein watchmaker findet, der diese alten Dinger reparieren will, nicht einmal für viel Geld - eine Entwicklung, die ich hier auch schon seit Langem beobachte. Na gut, manchmal lohnt es sich ja wirklich nicht, aber wenn jemand 250 Euronen auszugeben bereit ist kann er schon was verlangen. Jetzt ist er extra auch in Pforzheim vorbeigekommen um seine Uhr persönlich abzuholen und dem Uhrmacher selbst die Hand zu schütteln. Da ja gestern hier auch Landtagswahlen waren, die ja bekanntermaßen so schwarz wie tausend Nächte ausgefallen ist, blieb es nicht aus, ein paar Sätze zur Politik auszutauschen. Nicht alle wissen es, aber dem geneigten Blogleser mag bekannt sein: traue nicht den Medien. Sei vorsichtig, beziehe Informationen aus verschiedenen Quellen, vergleiche, wäge ab. Daher ist es nicht immer einfach der stillen Post, die über den großen Teich schwappt, die richtigen Informationen zu entlocken. Nun ist es latürnich auch nicht sicher, dass jemand der dort seinen Wohnsitz hat über ein Übermaß an Wahrheit verfügt, selbst wenn er 40 km vom Kapitol entfernt residiert. Aber immerhin. Was mir nun zu denken gab, oder eigentlich auch wieder nicht, ist, dass dieser Mann meine Annahmen voll bestätigte, wenn nicht meine Befürchtungen noch zu steigern verstand. Sinngemäß waren seine Aussagen, dass in den USA die Nazis regierten (dieser Ausdruck wurde verwendet) und dass Bush ein Dummkopf sei, der von ganz anderen Herrschaften gelenkt würde. Vorher bekannt und bestätigt war die Tatsache, dass seine erste Wahl getürkt, die zweite tatsächlich gewonnen wurde. Kunststück. Da hat es jemand wirklich verstanden, die große Angst wovor auch immer - meistens Terroristen und sechs fuß vier große, männliche Schwarze - zu schüren und für sich zu nutzen. Eine Taktik, die, wie ich beobachte, auch hierzulande immer erfolgreicher angewandt wird. Sei es von Politikern, Versicherungsvertretern, sonstigen Bürokraten, die ihrerseits auch wieder Angst haben und daher um so bürokratischer handeln, von Zeitungen mit großen roten Lettern oder auch von irgendwelchen Unternehmen, die damit Kritiker mundtot machen wollen. Siehe der Fall Jens oder jetzt auch der Fall Moni. Mit ein bisschen Phantasie ließe sich diese Liste bestimmt noch immens verlängern. Fellow citizens: jemand, der das Wort "Terrorist" nicht aussprechen kann, sollte davon Abstand nehmen diese zu bekämpfen oder gar Präsident einer Nation zu werden. Es ist ja jetzt schon so, dass man sich seit einigen Jahren Erkennungsdienstlich behandeln lassen muss, wenn man seinen Urlaub in den Staaten verbringen will. In genau jenen Staaten, in denen man Maschinenpistolen im Supermarkt um die Ecke erstehen kann. Wo leben wir denn? |