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Donnerstag, Februar 23, 2006Feuer und Schmerzen
Wenn ich jetzt gerade den Blick nach links aus dem Fenster schweifen lasse, bleibt er unweigerlich an den glänzenden Stelen hängen, die als Mahnmal zum 60. Jahrestag des Bombenangriffes auf Pforzheim am 23.02.1945 auf dem Wallberg aufgestellt wurden. Damals wurden in knapp 20 Minuten um die 18000 Menschen getötet. Das verwinkelte Fachwerkstädtchen brannte wie Zunder, viele erstickten oder sie erfroren, weil sie sich in die Enz oder die Nagold retten wollten.
Der Wallberg wurde anschließend aus den Trümmern dieses Angriffes aufgeschüttet - es musste ja weitergehen. Irgendwie. Der hoch aufragende grüne Berg ist für mich auch ohne die Stelen Mahnmal genug; man sieht ihn von vielen Punkten der Stadt, die Aussicht von da oben ist herrlich. Mittlerweile ist die Stadt wieder aufgebaut, ein aufmerksamer Beobachter kann noch die letzten zugeschütteten, aber noch unbebauten Bombentrichter entdecken, dann und wann wird noch ein Blindgänger gefunden. Dieser Krieg hat seine Spuren bis heute hinterlassen. Die Grundmauern des Hauses in dem ich wohne bestehen noch aus dem alten Muschelkalk des damals zerstörten Gebäudes. Das hier ist kein Vorwurf gegen irgendjemanden; es geschieht in Gedenken nicht nur an die damaligen Opfer, sondern an alle, die bis heute für zweifelhafte Ziele oder Ideen leiden und sterben. Alle, die glauben ihre Ideale mit Blut durchsetzen zu müssen: lasst es bleiben! Alle, die die Chance sehen solcherlei zu verhindern: tut was Ihr könnt!
Comments:
Ah, wieder Jahrestag. Gleichzeitig zu diesem Datum sollte man die diversen u.a. amerikanischen Baufirmen verfluchen, die die Stadt nach dem Krieg als hässlichen Kretin wiederaufgebaut haben. Lediglich an einigen Winkeln der Nordstadt, Brötzingen und Dillweissenstein kann man erkennen, dass es sich mal um ein hübsches Städtchen gehandelt hat. Aber ähnliche Ansichten gelten wohl auch für Dresden, Rotterdam, Guernika und all die anderen Käffer, die irgendwelche Idioten mit Sprengsätzen beschmeissen mussten.
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